{"id":21,"date":"2019-04-27T20:46:53","date_gmt":"2019-04-27T20:46:53","guid":{"rendered":"http:\/\/rainerseifert.de\/?page_id=21"},"modified":"2020-11-29T22:34:42","modified_gmt":"2020-11-29T22:34:42","slug":"weltumseglung","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/rainerseifert.de\/?page_id=21","title":{"rendered":"Weltumseglung"},"content":{"rendered":"\n<p>1996\/97 bin ich als <strong>erster deutscher Regatta Amateur Weltumsegler in Ost-West-Richtung<\/strong> um die Welt gesegelt.<\/p>\n\n\n\n<p>Das war bei der  <strong>BT Global Challenge 1996\/97 Round the Word Yacht Race<br> &nbsp; &#8222;the worlds toughest yacht race&#8220;<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=DYS_Oqb9uXI\">Hier ein paar Video-Eindr\u00fccke. <\/a> <br><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed-youtube wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-embed-aspect-4-3 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<iframe loading=\"lazy\" title=\"BT Global Challenge 1996\/7\" width=\"525\" height=\"394\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/DYS_Oqb9uXI?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture\" allowfullscreen><\/iframe>\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed-youtube wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-embed-aspect-4-3 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<iframe loading=\"lazy\" title=\"Rough Weather Edit Caspar Craven on the BT Global Challenge 2000-01\" width=\"525\" height=\"394\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/EpPlm6mf0K8?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture\" allowfullscreen><\/iframe>\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n<p>Die Videos zeigen Schwer-Wetter-Segeln, wie es an mindestens 30 Tagen der insgesamt 172 Seetage erlebt haben. Nicht umsonst wurde die Regatta die &#8222;<strong>schwerste Weltumsegelung der Welt (the world&#8217;s toughest yacht race)<\/strong>&#8220; genannt!<\/p>\n\n\n\n<p>Hinweis: Die Betonung liegt auf Ost-West-Richtung, also gegen Wind und Wellen. Eigentlich gehen alle Weltumsegelungen immer mit dem Wind und somit von West nach Ost. Die Global Challenge ist bis heute die einzige Regatta dieser Art. Au\u00dferdem muss, streng genommen, eine maritime Weltumsegelung die drei Caps &#8218;Cape Horn (S\u00fcdamerika)&#8216;, &#8218;Cape of Good Hope (S\u00fcdafrika)&#8216; und das &#8218;Cape Leeuwin (Australien)&#8216; s\u00fcdlich umrunden, sowie eine Insel n\u00f6rdlich 20 Grad Nord umrunden. Das bedeutet, dass Weltumsegelungen, die den Panama Kanal benutzen, z.B. das Clipper Race, welches auch in Ost-West Richtung geht, streng genommen keine maritime Weltumsegelung ist (es fehlt Kap Hoorn).<\/p>\n\n\n\n<p>Derzeit gibt es nur f\u00fcnf weitere Deutsche, die sich Ost-West-Regatta-Weltumsegler nennen d\u00fcrfen.<\/p>\n\n\n\n<ul><li>Ralph Weisener aus Hamburg &#8211; er war bei der BT Global Challenge 2000\/01 als einziger Deutscher dabei<\/li><li>Birgit Oberm\u00fcller aus Bremerhaven &#8211; sie war bei der Global Challenge 2004\/05 als erste Deutsche (weiblich) dabei<\/li><li>Holger Bindel aus Th\u00fcringen (bzw. Norwich\/England) &#8211;  er war bei der Global Challenge 2004\/05 dabei<\/li><li>J\u00fcrgen Dieris aus Kempen\/Erkrath &#8211; er war bei der Global Challenge 2004\/05 dabei<\/li><li>Barbara Sturdy damals wohnhaft Hongkong &#8211; sie war bei der Global Challenge 2004\/05 dabei<\/li><li>Desweiteren gibt es noch Wilfried Erdmann, der 2004\/2005 diese Global Challenge Route unabh\u00e4ngig von der Regatta nonstop und alleine gesegelt ist. Im Alter von 60 Jahren wohlgemerkt!<\/li><\/ul>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Wie kam ich zum Segeln?<\/h2>\n\n\n\n<p>Ich bin geb\u00fcrtiger Schleswig-Holsteiner und man sollte vermuten, meine Segelleidenschaft kommt daher. Weit gefehlt. Ich habe im Fr\u00fchjahr 1992, mit 28, als ich in London lebte und arbeitete, zum ersten mal ein Segelboot betreten. Mein damaliger Chef und guter Freund Charles Steadman, wir wohnten zusammen mit einem dritten Programmierer in einer Art WG zusammen, war Hobby Segler und ich begleitete ihn mal bei einem Wochenendt\u00f6rn auf einer 32 Fu\u00df Yacht in Southampton\/S\u00fcdengland. Der Segelt\u00f6rn gefiel mir so gut, dass wir fortan alle paar Wochen einen Wochenendsegelt\u00f6rn im Solent machten. Die 32 Fu\u00df Westerly Fulmars wurden uns mit der Zeit zu klein und wir charterten dann meistens 38 bis 43 Fu\u00df Westerly Yachten. Meistens waren wir zu dritt oder zu viert.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir hatten einen guten Kontakt zu unserem Vercharterer Pete, dem Inhaber von\u00a0B.O.S.S British Offshore Sailing School\u00a0in Hamble. Am Rande der Southampton Boat Show im September 1992 sprachen wir bei einem Bier \u00fcber die ex-Whitbread Round the World Yacht &#8218;Maiden&#8216;, die unter Skipperin Tracy Edwards mit einer reinen Frauencrew segelte. Die Yacht Maiden stand zum Verkauf und mein Chef Charles interessierte sich f\u00fcr den Kauf der Yacht, denn sie sollte unglaublich g\u00fcnstig zu haben sein. Eine Woche sp\u00e4ter sagte er uns, die schlechte Nachricht ist, die Yacht ist leider schon verkauft (f\u00fcr GBP 60.000, ca. \u20ac 90.000). Ein Spotpreis, wenn man bedenkt, dass sie sicherlich mal \u20ac 1 Million gekostet hat. Die gute Nachricht aber ist, der Neffe des K\u00e4ufers ist mein Segelsch\u00fcler. Charles sagte prompt &#8222;dann sorge doch daf\u00fcr, dass du das Management f\u00fcr die Yacht bekommst&#8220;.<\/p>\n\n\n\n<p>Vier Monate sp\u00e4ter, auf der London Boat Show im Januar 1993, kamen wir zu seinem Stand und er begr\u00fc\u00dfte uns gleich mit dem Satz: &#8222;Sch\u00f6n euch zu sehen, ich habe auf euch gewartet. Ich habe das Management f\u00fcr Maiden bekommen und wir werden dieses Jahr mehrere Regatten segeln, unter anderem die Fastnet Regatta. Euch beide habe ich schon in der Crew Liste eingetragen. Ihr m\u00fcsst nur noch hier unterschreiben und einen Scheck \u00fcber GBP 2800 (ca. \u20ac\u00a0 4.200) ausstellen.&#8220; (Ich habe damals ganz gut Geld verdient!)<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die ersten Regatten<\/h2>\n\n\n\n<p>So segelte ich in 1993 also etliche Regatten auf einem echten Racer. Unter anderem das Channel Race, Round the Island Race und nat\u00fcrlich die legend\u00e4re 5-t\u00e4gige Fastnet Regatta 1993.<\/p>\n\n\n\n<p>Im September 1992 begann au\u00dferdem die\u00a0British Steel Challenge Regatta\u00a0in Southampton. Eine Regatta mit 10 baugleichen, speziell f\u00fcr die Regatta gebauten, 67 Fu\u00df Stahlyachten, die &#8222;falsch herum&#8220; um die Welt segeln wollten, also von Ost nach West, gegen Wind und Wellen. Organisiert wurde es von\u00a0Chay Blyth, der 1971 als erster nonstop und einhand &#8218;falsch herum&#8216; und die Welt segelte (kurz nachdem\u00a0Robin Knox-Johnston\u00a0als erster nonstop und einhand &#8218;richtig herum&#8216; um die Welt segelte). Die Regatta startete in meinem &#8218;Heimathafen&#8216; Ocean Village Marina in Southampton. Die gesamte Segelwelt und die Presse erkl\u00e4rte Chay Blyth f\u00fcr verr\u00fcckt und warf ihm vor, dass Leben von 140 Seglern unverantwortungsvoll aufs Spiel zu setzen. Er aber zeigte es allen. Die Yachten waren und sind auch noch heute die sichersten Hochseeyachten der Welt, die zwei-j\u00e4hrige Ausbildung der Amateur Crew war und ist super und sie legen auch heute noch quasi die Sicherheits-Standards fest.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich verfolgte die Regatta vom Start bis Ziel, kaufte am Tag vor dem Start ein T-Shirt der Crew &#8218;Nuclear Electric&#8216;. Und siehe da, sie gewannen \u00fcberraschend, obwohl die Favoriten Yacht &#8218;Hofbr\u00e4u Lager&#8216; unter Skipper Pete Goss war. Ja, Pete Goss, der ein paar Jahre sp\u00e4ter Weltruhm bei seiner Teilnahme an der Vendee Globe Challenge erhielt. Nicht nur durch die abenteuerliche, waghalsige und ehrenhafte Rettung von Raphael Dinelli. Der Zieleinlauf der Global Challenge Regatta war einfach nur super. An einem sch\u00f6nen, sonnigen Sonntag Nachmittag trafen innerhalb weniger Stunden 8 Yachten nach einem 6-w\u00f6chigen T\u00f6rn von Kapstadt in Southampton ein.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich war dem Hochsee-Segelregatta-Sport verfallen.\u00a0Ich h\u00e4tte gerne an der British Steel Challenge teilgenommen, allerdings sollte es ein einmaliger Event blieben. Wenige Monate sp\u00e4ter rief Chay Blyth eine Wiederholung f\u00fcr 1996 aus. Leider lagen wenige Stunden nach der Bekanntgabe im BBC Fernsehen \u00fcber 2000 Anmeldungen f\u00fcr nur knapp 300 Crew Pl\u00e4tze vor.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Teilnehmer der BT Global Challenge 1996\/97<\/h2>\n\n\n\n<p>Im Fr\u00fchjahr 1995, ich war gerade einen Monat vorher nach Hamburg gezogen, las ich in der englischen &#8218;Yachting World&#8216; einen kleinen Artikel, dass f\u00fcr die BT Global Challenge 1996\/97 noch wenige Crew Pl\u00e4tze f\u00fcr nicht-englische Teilnehmer zur Verf\u00fcgung stehen, da sich der Sponsor BT (British Telecom) mehr Internationalit\u00e4t w\u00fcnschte. Ich z\u00f6gerte nicht lange und schon 2 Wochen sp\u00e4ter flog ich nach England, um mich pers\u00f6nlich bei einem Gespr\u00e4ch mit Chay Blyth zu qualifizieren. Urpl\u00f6tzlich hatte ich nur noch 15 Monate bis Regattastart, war GBP 16.000 (ca. \u20ac 24.000) \u00e4rmer und trotzdem \u00fcbergl\u00fccklich.<\/p>\n\n\n\n<p>Von nun an nutzte ich jede frei Minute, jeden zur Verf\u00fcgung stehenden Urlaubstag und jeden Pfennig f\u00fcr die Vorbereitungen zur Regatta. Ich nahm an drei 14-t\u00e4gigen Trainingst\u00f6rns in England teil, segelte im Sommer 1996 mehrfach bei sogenannten Corporate Days mit G\u00e4sten von Sponsoren im Solent mit und trainierte mit meiner zuk\u00fcnftigen Crew und unserem irischen Skipper Tom O&#8217;Connor, inkl. einer 6-t\u00e4gigen Global Challenge Fastnet Regatta. Wir lernten das Segeln von Grund auf, \u00fcbten alle nur m\u00f6glichen Man\u00f6ver zig Mal, machten sicherlich \u00fcber 100 Mann-\u00fcber-Bord-Man\u00f6ver, inkl. einer praktischen Hubschrauber Rettung. Wir waren, wie fast alle 300 Teilnehmer, bestens vorbereitet. Aber f\u00fcr eine solche Regatta, kann man nie gut genug vorbereitet sein.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrend der Regatta lernte ich viele gro\u00dfe Segel Pers\u00f6nlichkeiten hautnah kennen. Neben dem bereits erw\u00e4hnten Pete Goss auch Mike Golding, der als Skipper von Group 4 die BT Global Challenge 96\/97 gewann. Aber auch Andrew Hindley, damaliger Skipper von &#8218;Save the Children&#8216; und mein Trainingsskipper, sp\u00e4terer Co-Skipper des gr\u00f6\u00dften, aber leider zu fr\u00fch gesunkenen, Katamarans &#8218;Team Philips&#8216; unter Skipper Pete Goss, und sp\u00e4terer Race Control Chef des Volvo Ocean Races.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich k\u00f6nnte noch viele weitere Namen nennen, die ich w\u00e4hrend der Regatta und danach pers\u00f6nlich kennen gelernt habe, aber das w\u00fcrde den Umfang der Seite sprengen. Dazu geh\u00f6ren unter anderem Steve Fosset, Ellen Mac Arthur, Tim Kr\u00f6ger, Wilfried Erdmann und andere.<br><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Das Segeln nach der Weltumsegelung<br><\/h2>\n\n\n\n<p>Das Segeln nach der Weltumsegelung war leider nicht mehr so umfangreich und spektakul\u00e4r. Zusammen mit Karl-Heinz B\u00f6hm nahm ich 1998 an der Kieler Woche teil. Ich segelte bei zwei \u00dcberf\u00fchrungst\u00f6rns mit und segelte ein paar mal im Ijsselmeer und noch einmal im Solent und in der irischen See.<\/p>\n\n\n\n<p>Aus zeitlichen, beruflichen und \u00f6rtlichen Gr\u00fcnden war es das leider mit dem Segeln \ud83d\ude41<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>1996\/97 bin ich als erster deutscher Regatta Amateur Weltumsegler in Ost-West-Richtung um die Welt gesegelt. Das war bei der BT Global Challenge 1996\/97 Round the Word Yacht Race &nbsp; &#8222;the worlds toughest yacht race&#8220; Hier ein paar Video-Eindr\u00fccke. 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